Spinnologie

Spinnrad Tom TriskelMeine Begeisterung für das Spinnen basiert – wie so viele Dinge im Leben – auf einem Zufall. Eigentlich suchte ich eine Kardiermaschine zur Unterstützung meiner Filzarbeiten. In der Werkstatt des Kardiermaschinenherstellers fand ich dann auch mein erstes Spinnrad.

Mittlerweile ist das Rad in Gesellschaft eines antiken finnischen Spinnrades aus den 1920-er Jahren. Mein „alter Finne“ war vor rund 4 Jahrzehnten ein Urlaubsmitbringsel und kam überraschend aus dem Bekanntenkreis zu mir. Er konnte mit erstaunlich geringem Aufwand wieder in einen funktionstüchtigen Zustand gebracht werden und beschenkt mich nun zum Dank mit ganz besonderen Garnen – allem Anschein nach bevorzugt der alte Finne die Verarbeitung edler Fasern und spinnt traumhafte Cashmere- und Alpakagarne.

alter Finne

Wie beim Filzen verarbeite ich auch beim Spinnen gerne heimische Rohwolle, die den gesamten Verarbeitungsprozess von Waschen, Kämmen, ggf. Färben, Spinnen und abschließende Nachbehandlung bei mir durchläuft. So habe ich volle Kontrolle über die verwendeten Materialien und das Endergebnis. Egal ob ich die heimische Rohwolle verspinne oder filze – es ist immer etwas Besonderes ein Produkt fertig zu stellen, welches man vom Rohstoff bis zur Fertigstellung selbst bestimmt hat: es fördert die  Wertschätzung der Erzeugnisse der heimischen Natur.

Neben heimischer Wolle verspinne ich auch Fasern, welche ich im Fachhandel beziehe, speziell ausgefallene Wollsorten, die auf dem heimischen Markt nicht vorhanden sind.

Artyarn

Neben den „klassischen“ Garnen spinne ich auch sogenannte „Artyarns“. Dies sind oftmals Garne, für die es kein vergleichbares industrielles Produkt gibt. Ich denke bei der Entwicklung meiner Artyarns nicht darüber nach, wozu ich dieses Garn später nutzen möchte. Statt dessen lasse ich mich treiben von Eigenschaften wie Farbe und Griff, von Gegensätzen in den Materialien oder manchmal auch einfach nur vom Inhalt meiner „Restekiste“.
Artyarns sind oftmals nicht wie klassische Garne zu nutzen, z.B. eignen sie sich oft eher zur Randverzierung von Strickstücken, als zur Herstellung ganzer Bekleidungsstücke.

Beispiele Artyarn

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